Ökologische Imkerei auf den Dächern Kreuzbergs
Berliner Stadt-Imker



Sabine Wagner
Heilpraktikerin
Krankenschwester
0176 514 89 750

Ein Berliner Bienenjahr:
Wir betreiben unsere Hobbyimkerei auf einem Kreuzberger Dachgarten. Außerhalb pestizidbelasteter Agrarflächen, in einer Großstadt, die wie kaum eine andere in Europa, weitläufige Parks, kilometerlange grüne Bänder entlang der Eisenbahntrassen, der Spree und der Wasserstrasse, baumbestandene Alleen und nicht zuletzt große Flächen mit Kleingartenkolonien leistet, finden unsere Bienen eine Vielfalt an Blütentrachten von Beginn bis zum Ende der Vegetationsperiode. Nach der Winterruhe bilden Weiden und Pappeln, später im Frühjahr die roten und weißen Kastanien mit den Frühlingsblumen der Kleingärten und den gelb blühenden Mahonien der Baumscheiben der Alleen eine vielfältige Nahrungsgrundlage und mit dem Harz der Pappelknospen die Grundlage für das Kittharz der Bienen, Propolis. Mit dem früheren Frühlingsbeginn in der Großstadt ernten wir den ersten Honig Ende Mai., nach dem Verblühen der süßlich duftenden Robinie folgt die zweite Schleuderung im Juni. Nach der Lindenblüte im August, der Blüte des Sanddorns und der Goldrute auf den Bahndämmen folgt im September die dritte Schleuderung mit der unendlichen Vielfalt der Spätsommerblüte in den Kleingärten und Parks. Unsere Bienen fliegen aus, bis Mitte November der Blütenüberfluss der Stadt versiegt. Diesen letzten Honig und den Pollen belassen wir unseren Bienen als Teil des Winterfutters. Im Winter stellen wir aus dem Wachs, das uns der Solarschmelzer aus nicht mehr verwendeten Waben liefert, neue Mittelwände her.

Grundlagen der Arbeit mit unseren Bienen:
  • Kein Einsatz von chemischen Hilfsstoffen
  • Genetische Vielfalt:
    Unsere Königinnen paaren sich mit wilden Drohnen (männliche Bienen) in Kreuzberg. Dadurch entstehen widerstandsfähige Mischvölker.
  • Kompensationszufütterung:
    Im Herbst wird den Bienen ein Aufguss von Wildkräutern aus der Umgebung mit dem Winterfutter mehrmals zugefüttert.
  • Verwendung des eigenen Bienenwachses aus dem Solarschmelzer für neue Mittelwände (Grundlage des Wabenbaus)
  • Unser Honig wird handgeschleudert und von Hand abgefüllt.
  • Standorttreue:
    Wir fahren nicht kilometerweit energieaufwendig zu den Trachten und stören den Zusammenhalt und die Orientierung der Völker. Die Bienen sammeln den Nektar der umliegenden Blüten von Kastanien, Linden, Robinen und der Blütenvielfalt der Parks und Kleingärten.
  • Zur Regulierung der Varroamilbe(Bienenparasit) verwenden wir die organische Ameisensäure.
Heilung:
Apitherapie wird die Verwendung von Bienenprodukten zu Heilzwecken genannt Regionaler Honig wirkt als Allergieprophylaxe, da er die Pollen der Blüten enthält, die täglich um uns sind. Neben der Abwehrstärkung haben wir auch sehr guter Erfahrungen mit frisch geschleudertem Honig zur Wundbehandlung gemacht. Weiterhin verwenden wir Propolistinktur, Bienengift und Bienenwachs zu Heilzwecken.
Propolis ist das Kittharz, welches die Bienen zur Abdichtung ihrer Bauten und zur Desinfektion produzieren.

Bienensterben:
Als Mitglieder des Neukölner Imkervereins waren wir nach dem Bienensterben im Jahre 2008 in Süddeutschland zur Diskussion mit dem Bundesminister für Umwelt- und Verbrauchschutz. eingeladen. Das Pestizid, Clothianidin hergestellt von Bayer wurde eindeutig für das Bienensterben verantwortlich gemacht.


© Heilehaus e.V. Berlin 2008 - Letzte Aktualisierung